Spam, wonderful Spam

Eine kurze und wahre Anekdote zur Herkunft des Wortes “Spam”

Auf TakeYourApple haben wir vor kurzem über Captchas und ihre Nutzen gesprochen. Dabei fiel natürlich das Wort SPAM.

Spam, das ist die chronische Krankheit des Internets. Spam-Mails, Spam-Nachrichten, Spam-Kommentare. Und die millionenfach. Auch auf unserem Blog kämpfen wir tagtäglich mit einer Flut an solchen Kommentaren. Momentan befinden sich im Spam Ordner 273 Kommentare.

Dabei ist Spam ein völlig irrationales Geschäft. Die meisten Mail Programme fangen Mails ab, die meisten Internet User wissen wie sie mit dieser ungewollten Post umzugehen haben. Vor kurzem ging die Meldung durchs Internet, wie viel CO2 Austoß das Spamgeschäft verursacht.

Ich möchte mich aber lieber dem Begriff SPAM selbst nähern, und das von einer unerwarteten Richtung her. Denn die Begriffsherkunft des Wortes Spam hat weder etwas mit Computern oder Werbung zu tun. Aber auf jeden Fall mit massenhaftem Aufkommen. Wikipedia erklärt:

SPAM ist ursprünglich ein Markenname für Dosenfleisch, bereits 1936 entstanden aus SPiced hAM (…) Während der Rationierung im Krieg war Spam eines der wenigen Nahrungsmittel, die in Großbritannien praktisch überall und unbeschränkt erhältlich waren. Die Omnipräsenz dieses Fleisches, ähnlich wie später die unerwünschter Botschaften (zum Beispiel als E-Mails), förderte die Entwicklung des Begriffs.

Dosenfleisch soll den Namen für die größte Seuche im World Wide Web geliefert haben? Schwer vorstellbar, wie “omnipräsent” es auch immer gewesen sein soll. Versuchen wir nochmal einen anderen Ansatz.

Als großer Monty Python Fan (alle wissen Bescheid: Ritter der Kokosnuss [Holy Grail], Das Leben des Brian [Life of Brian]) ist mir der Spam-Sketch aus der Comedy-Serie “Monty Python’s Flying Circus” bekannt. Dieser Sketch spielt in einem kleinen Straßenrestaurant. Die Speisen bestehen ausschließlich aus verschiedenen Gerichten die Spam, also das Dosenfleisch enthalten. Die meisten sind nur eine sinnlose Aneinandereihung des Wortes. Der Sketch ist so absurd und trotzdem so gut, dass er Kult-Status erreicht hat. Wieder Wikipedia:

Als Synonym für eine unnötig häufige Verwendung und Wiederholung wurde der Begriff durch den Spam-Sketch der englischen Comedyserie Monty Python’s Flying Circus geprägt: In einem Café besteht die Speisekarte ausschließlich aus Gerichten mit Spam, die „Spam“ teilweise mehrfach hintereinander im Namen enthalten. Im Sketch wird das Wort „Spam“ insgesamt 132 Mal erwähnt.

Die Nutzung des Begriffs Spam im Zusammenhang mit Kommunikation hat ihren Ursprung wahrscheinlich in den Multi User Dungeons.[2] Dort bezeichnete Spam zunächst nicht Werbung, sondern das von manchen Nutzern praktizierte massenhafte Überschwemmen des Text-Interfaces mit eigenen Botschaften.

 

Im Klartext: Der Monty Python Sketch machte das Wort SPAM zu einem geflügelten Wort für die sinnfreie Häufung eines oder vieler Begriffe/Botschaften. Dies wurde zu einem so absurd aber trotzdem allgemein verständlichen Wort, dass man es innerhalb von Gaming Chats verwendete.

So hat Monty Python wieder mal die Welt verändert. Sie lieferten die Bezeichnung für das was uns heute nervt. Ich denke, das wurde ihnen erzählt. Und ich denke es wird ihnen gefallen. Wie Eric Idle singen würde: “Always Look on the Bright Side of Life”

Monty Python’s Flying Circus

 

Benjamin

5 Thoughts on “Spam, wonderful Spam

  1. Hallo =) Ich freue mich sehr über dein Interesse am Musikalischen Mittwoch.
    Öhm, mit RSS Feed und so kenne ich mich nicht so aus (hab’s bisher nie gebraucht…), aber nach ein wenig googlen hoffe ich mal dass dieser Link dir weiterhelfen kann!?

    http://cuchilla-pitimini.blogspot.com/feeds/posts/default

    Ich glaub ich muss mich damit mal mehr beschäftigen ;D
    Falls das nicht das ist, was du gesucht hast, meld dich einfach nochmal bei mir!

  2. Werbemails sind leider nicht so ein irrationales Geschäft wie man gemeinhin glaubt. Ok, ich kann mich nicht erinnern jemals ein beworbenes Produkt zum “Enlargen” gekauft zu haben, aber wir sollten nicht von uns auf andere schließen ;-) Spammen lohnt sich definitiv. Ich hab das selbst einmal ausprobiert und ca 3000 Leuten über ein Soziales Netzwerk einen Affiliate-Link geschickt. Ergebnis: 3 Beschwerden, 2 Einkäufe. Wenn man sich vorstellt, dass die großen Spammer täglich automatisch hundertausende Werbemails verschicken – dann lohnt sich das!

    • takeyourapple on 21. März 2012 at 18:29 said:

      Recht interessante Sichtweise. Auch sehr provokant, das wollen wir ja :)
      Danke für die Bereicherung des Beitrags!

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  4. Pingback: Facebook Gruppen: Eine Reise ins Sub-Internet | TakeYourApple

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